Sonntag, 7. März 2010

Ein Traum

Ich bin der siebte Frosch. Ich habe vom Laub keine Ahnung. Ich lerne die Farben und sammle sie auf. Mein Ziel ist es einen Regenbogen zu errichten, unter dem ich sitze, mit einer Krone auf dem Haupt und sollte ich ihn verlassen, hält der Fänger im Roggen mich auf.
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Donnerstag, 4. März 2010

Das Ungeheuer kennt den Unterschied

Ich hatte es euch versprochen und auch wenn ich nicht weiß, wo ich anfangen soll, erzähle ich jetzt von dieser Rolle und von Iwein und warum ich unbedingt das Ungeheuer spielen wollte. Denn natürlich haben sie gesagt, ich sollte den Iwein spielen, das wäre die Hauptrolle und das Ungeheuer würde doch nur ganz kurz erscheinen und hässlich wäre es obendrein.
Aber es ist doch das Ungeheuer, das Iwein fragt, was Abenteuer sind und Iwein antwortet sehr einfältig auf Ritterart, dass er andere Ritter sucht, die er im Kampf besiegen kann, um seine Ehre zu mehren. Diese Erklärungen sind vollkommen unverständlich für das Ungeheuer, das keinen Begriff von Ehre hat. Aber was dann das Ungeheuer antwortet, dass macht es so überaus liebenswert. Es sagt: „Ich hüte die Tiere und bin ein ehrlicher Mann. Aber du sprichst seltsames Zeug. Ich verstehe kein Wort. Noch nie habe ich jemanden von Ruhm und Ehre und Abenteuer reden hören. Aber was ich verstehe, ist das: Erstens bedrückt dich die Langeweile, zweitens willst du etwas erleben, und drittens willst du dein Leben riskieren, und zwar das Ganze aus einmal...“
Es kommt doch nicht darauf an, wie lange man zu sehen ist, das Ungeheuer setzt die Geschichte in Gang. Das ist das Geheimnis. Darauf kommt es an.
Was ist der Unterschied zwischen Ohnmacht und Hilflosigkeit? Dieses Ungeheuer wusste es genau. Das war der andere Grund, diese Rolle zu spielen.
Der Dritte?
Ich bin eine Frau.
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Freitag, 26. Februar 2010

Helden

Heute morgen stand ich auf dieser Kreuzung. Neben mir stand ein Mann. Wir trugen beide einen Schirm und unsere ganz eigenen Gedanken. Parallel zueinander, in unterschiedliche Richtungen blickend. Es war ein schönes Bild wie wir da standen. Im Regen, um uns herum dichter Verkehr. Ich war auf dem Weg zu den Proben. Ich bin Schauspielerin, wie ihr sicher noch wisst, und wir proben Iwein. Ich bin das Ungeheuer, die allerschönste Rolle, aber davon erzähl ich euch später.
Der Verkehr auf meiner Seite war dichter und dann hörte ich Stimmen, die behaupteten Salinger sei tot und ich nur ausgedacht. Irgendeiner ist gestorben, aber Salinger lebt doch so lange wir seine Bücher lesen und letztendlich gibt es den Mann auf der Kreuzung nur, weil ich ihn gesehen habe. Und ob ihr es glaubt, oder nicht, nachdem ich diesen Gedanken zu Ende gedacht hatte, konnte ich meinen Schirm schließen. Es regnete noch, aber der Regen fiel um mich herum.
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Donnerstag, 7. Januar 2010

Drei Farben weiß

Ich mag die Farben in die sich die Stille hüllt. Das Geräusch der Zwischenräume. Zeiträume. Nur einen Katzensprung entfernt vom Traum.
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Dienstag, 5. Januar 2010

Weil ich den Januar mag, ohne seinen Mantel zu kennen

Der Januar hat seit jeher einen besonderen Klang für mich. Dieses "Ja" nu - ar, alles klingt nach Schnee. Nach der Bereitschaft Ja zu sagen, sich einzulassen auf 365 nagelneue Tage, die durch nichts verbunden sind mit dem was war und noch nicht verdorben durch das was sein wird wie immer.
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Samstag, 2. Januar 2010

Erster Januar

Der erste Tag im neuen Jahr. Schnee auf den Dächern, grauer Himmel. Hände und Baukräne und Angst. Und die Möglichkeit, die Buchstaben auf eine ganz neue Weise zusammenzustellen. Weiterschreiben und versuchen. Oder nicht versuchen und statt dessen nach denen suchen, für die ich schreibe und die sind ja längst da. Das Glück, um das ich mich manchmal selbst beneide. Große Schritte durch den Schnee, damit Zwischenräume entstehen. Zwischenräume in denen ich den Januar erfinden kann. Das erste von zwölf Kindern des Todes. Neujahrsatem und was bleibt, wenn man ihn ausstößt.
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Donnerstag, 31. Dezember 2009

...

Ich wünsche euch allen den einen oder anderen Bananenfisch im Neuen Jahr und bleibt gesund
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Freitag, 25. Dezember 2009

W.H. Auden "Hier und jetzt - Ein Weihnachtsoratorium"

Die Verkündigung

Maria, in einem Liebestraum
spielend, wie die Kinder spielen,
denn nichtsahnende Kinder drücken
in komischen Spiegelfechten Wünsche
aus, die unerfülbar und tragisch sind,
wie sie später erfahren werden.
Höre, Kind, was ich dir sagen soll:
Liebe wird deinen Traum erfüllen,
Liebe wird auf Erden durch dich
nicht länger Traum sein, sondern wahr.

W.H. Auden (1945)
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