Franny

Mittwoch, 27. Juni 2012

Zahnlose Versprechen

Ein zahnloses Versprechen. Wie fallen einem so sonderbare Wendungen ein? Wer pflanzt sie mir in den Kopf?
Ich mag keine Fragen und darum denke ich an Buddy. An einen Fluss, den ich nie gesehen habe und an dem wir gemeinsam sitzen, eine Angel in der Hand, damit wir unsere Gedanken von einander fern halten können.
Kannst du dich noch an die Zeit erinnern, fragt Buddy und ich sage: Ach halt doch den Mund.
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Montag, 25. April 2011

Anfänge

Ich wusste nicht, wie oft ich noch von vorn anfangen könnte. Irgendwann würde ich mich den Tatsachen stellen müssen. Diesem Scheitern, das mich noch jeden vielversprechenden Anfang abbrechen ließ, dass trotzdem niemals vollkommen genug war, um endgültig aufzugeben, um nicht mit einem neuen Anfang auf das Scheitern des Vorangegangenen zu reagieren.
Aber hatte Gott es denn anders gemacht? Hatte nicht auch er ein paar Steine in die Landschaft gesetzt, einige Flächen trockengelegt, andere unter Wasser stehen lassen, Tiere ins Spiel gebracht und zu guter Letzt einen Menschen geschaffen, dem es selbst überlassen blieb, einen Zusammenhang zwischen all diesen Einzelteilen herzustellen und dem Ganzen Namen zu geben. Aber die Menschen spielten mit, verlangten nach einem zweiten Menschen, übertraten die Regeln, sorgten für Bewegung, dafür, dass die Geschichte immer weiter ging.
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Montag, 28. Februar 2011

Freiheit

Wie das Wasser in sich selbst ertrinkt. Die kleinen Tropfen in der großen Hoffnung untergehen, sich in den Kiemen der Fische festsetzen, in die Bewegungen die nur darauf warten, geködert und gefangen zu werden. Es ist nicht die Grete an der der Fischer erstickt. Es sind nicht die falschen Wünsche, die das Wasser immer dunkler tönen. Es ist nicht die Frau vom Fischer und nicht der Butt. Es ist die Langmut. Die Unentschlossenheit. Die kleine Frau steht am Strand und denkt nach. Aber sie macht sich keine Gedanken worüber sie nachdenkt. Das ist Freiheit.
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Dienstag, 22. Februar 2011

Ungerührt

Geräusche in die Welt setzen und dann seelenruhig zusehen, wie sie sterben.
Später, im Lärm, die Worte wiederfinden.
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Donnerstag, 30. September 2010

schon über eine Woche Herbst

Eine Woche und jede Menge Nebel liegt zwischen diesem (jenen) Mittwoch und heute. Die Woche nach und nach. Der Nebel plötzlich. Wieder diese Bank. Wieder H.C. Artmann neben mir. Eine Frau mit zwei Hunden geht vorbei. Rauch aus meinem Mund (der Geist in der Flasche). Zwei Bänke weiter ein Mann, der sehr sorgfältig die Bank bearbeitet auf die er sich später setzen wird, während ich die kalte Luft in die Lungen sauge und an Hustenbonbons denke. Jetzt sitzt er, aber gleich darauf steht er erneut auf. Ein Fahrrad fährt quietschend vorbei. Der Mann sitzt nach weiteren Nachbesserungen wieder. Der Verkehr rauscht genauso wie letzte Woche, aber es fällt schwerer an Wellen zu denken, an Brandung und Meer. Die Straßenbahnen fahren heute ungeschmückt, keine kichernden Männer. Rote Jacken statt rosa T-Shirts. Meine Gedanken sitzen im Zug und öffnen Antwortschreiben auf Briefe, die ich nie abzuschicken gewagt habe. Die Schienen sprechen von der Möglichkeit, die Zeit könnte jeden Augenblick neu anfangen still zu stehen. Die Knöpfe am Hemd meines Vaters. Wenn ich die Zahl errate wird alles anders. Es ist zu spät mit mir zu reden.
Also gehe ich ohne ein Wort.
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Mittwoch, 21. Juli 2010

wann wird aus dem sommer eine hitzeperiode?

ich gehe jetzt nach bananenfischen tauchen.
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Sonntag, 11. Juli 2010

...

Die Hände in den Taschen und unten und oben fließen Buchstaben aus mir heraus. Versteht ihr? Buchstaben! Nicht Worte oder Sätze, nur diese lauthaften (lachhaften) Steinchen, aus denen man Wörter legen könnte, hätte man einen Verstand, oder wenigstens den Mut, ihn zu benutzen.
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Sonntag, 4. Juli 2010

Ausatmen

Ein und aus. Neu und verbraucht. Kohlendioxid und Sauerstoff. Es war einmal eine Geschichte, die fand zu keinem guten Ende. Die endete mit einem letzten Hauch.
Es atmet mich. Wie viele Dinge so gehen und fließen, durch mich hindurch und ich bin kaum beteiligt daran und gerade auf diese Art und Weise grenze ich sie ein, grenze sie in durch meine Nichtbeteiligung. Grenze sie ein durch ihre Grenzenlosigkeit mit der sie sich vom Erkennen entfernen, wie die Brandung, die Wellen, der Mond, nur Worte, Begriffe, Hohngelächter, Aufzählungen. Wie ich mich eingrenze, abgrenze, ausgrenze, klein grenze, weil ich dem Leben den großen, leuchtend echten, Atemzug abtrotzen will, statt ihn zu tun. Einatmen.
Aus.
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Sonntag, 6. Juni 2010

Verkleiden

Sie ging gerne ins Museum. Sie stand gerne vor den Glaskästen unter denen sie die wertvollen Exponate verwahrten und betrachtete sich selbst. Sie dachte an ihre Träume, wie nah und aufschlussreich sie ihr erschienen waren, als sie erwachte und wie fern und fremd sie jetzt schienen. Sie dachte an den Schein und daran, wie er die Wirklichkeit ausschloss. Sie dachte an sich und wie sie dastand vor diesem Glaskasten, sich selbst betrachtend und das alles, was bislang über sie gesagt worden war nichts war, außer Schein.
Sie dachte an die Reisen, an Schiffe und Wasser. Daran, wie sehr sie sich nach der Ferne sehnte und wie jemand sie angelächelt hatte, um ihr zu sagen auch dort träfe sie nur sich selbst. Ja, aber in ganz anderer Verkleidung hatte sie gerufen. Das macht es doch erst schön, dass wir uns verkleiden, dass das ganze Leben sich verkleidet. So sehr und so lange, bis wir es nicht mehr sehen.
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Sonntag, 16. Mai 2010

...

Vor dem Reisebüro an der Ecke liegt ein Hund und liest den Vorbeigehenden ihre Wünsche aus den Augen. Sie gehen erleichtert weiter und der Hund schleicht erschöpft wieder rein.
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